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die eusozial lebenden papierwespen polistes_fuscatus haben innerhalb ihrer gruppen
ein komplexes netzwerk sozialer interaktionen herausgebildet.
studien von michael sheehan und elizabeth tibbetts von der university of michigan zeigen, daß im gegensatz zu anderen bienensozietäten mit lediglich einem einzigen weiblichen exemplar (königin) an der spitze gleichrangiger arbeiterinnen, in den gemeinschaften der papierwespen gleichzeitig mehrere reproduktionsfähige weibchen (gründerinnen) leben. diese konkurrieren miteinander und legen ihre dominanzhierarchie in kämpfen fest.
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der dominanten königin obliegt fortan die eiablage. während untergeordnete königinnen eher wie arbeiterinnen fungieren; allerdings besteht die möglichkeit des "nachrückens" der nächsten jungkönigin beim beim tod der königin.
untergeordnete königinnen können das nest verlassen, um sich einem anderen Volk anzuschließen, oder eine eigene Kolonie gründen.
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um das tötungs- und verletzungsrisiko zu minimieren entwickelten sie die fähigkeit, individuelle gesichtszeichnungen auszubilden, diese zu differenzieren und aus ihrer erinnerung ableitend, die kämpfe letztlich zu ritualisieren.
das dominante individuum "trommelt" mit den antennen auf den kopf des untelegenen tiers. dieses senkt seine antennen in einer "demutsgeste". jede "duellantin" hat eine langanhaltende erinnerung an die jeweilige begegnung.
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nicht an den kämpfen beteiligte individuen beobachten diese aufmerksam und merken sich die entstehenden domianzhierarchien nachhaltig.
so greifen - sich verzahnend - genetisch vorgegebenes und durch lernen erworbenes wissen ineinander und formen somit das bewußte handeln dieser lebewesen.
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